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Ransomware "WannaCry" nutzt Verschlüsselung, um Dateien als Geiseln zu nehmen

Mehr als 200.000 Computer in über 150 Ländern wurden durch einen massiven Ransomware-Angriff namens „WannaCry“ lahmgelegt, und Sicherheitsexperten warnten, dass es zunächst noch schlimmer werden könnte, bevor sich die Lage wieder verbessert.

WannaCry ist eine Ransomware, die eine Windows-Sicherheitslücke ausnutzt, die Dateien des Opfers verschlüsselt und als Geiseln nimmt, wobei vom Opfer ein Lösegeld gefordert wird, damit die Dateien wieder entschlüsselt werden. Die Angreifer verlangen 300 US-Dollar in Bitcoins – ein Betrag, der sich verdoppelt, wenn das Opfer nicht innerhalb von drei Tagen zahlt.

WannaCry ist Ziel eines DDoS-Angriffs
Am Montag tauchten jedoch Berichte auf, wonach die Entwickler von WannaCry nun selbst Ziel eines DDoS-Angriffs sind und die Dateien der Opfer selbst nach Zahlung des Lösegelds nicht entschlüsseln können.

Der Ausbruch

Die Verwüstung begann am Freitag, als schätzungsweise 57.000 Computer infiziert wurden. Doch die sich rasant ausbreitende und scheinbar zufällig agierende Malware verbreitete sich über das gesamte Wochenende hinweg weiter, wodurch sich die Zahl der infizierten Systeme fast vervierfachte und alle Branchen betroffen waren, darunter Schulen, Krankenhäuser, öffentliche Einrichtungen, Automobilhersteller und viele mehr.

„Es ist unklar, wie die Infektion ihren Anfang nahm. Es gibt einige Berichte über E-Mails, die die Malware als Anhang enthalten und so infizierte Netzwerke verbreiten. Bislang wurden jedoch noch keine konkreten Beispiele veröffentlicht. Es ist möglich, dass der Wurm über anfällige Hosts, bei denen Port 445 für das Internet freigegeben war, in ein Unternehmensnetzwerk eingedrungen ist. Die WannaCry-Malware selbst verfügt über keine E-Mail-Komponente“, so das Internet Storm Center des SANS Technology Institute.

Laut einer Präsentation des SANS Institute ist der Exploit unter dem Namen „ETERNALBLUE“ bekannt und wurde im April im Rahmen einer Veröffentlichung von NSA-Tools bekannt. Die Ransomware war erfolgreich, da sie Schwachstellen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ausnutzte, um sich innerhalb von Netzwerken zu verbreiten. Die Schwachstelle wurde, wie in der Präsentation angemerkt, im März von Microsoft für unterstützte Windows-Versionen behoben.

Verschlüsselung für ruchlose Zwecke

WannaCry verschlüsselt die meisten oder alle Dateien des Opfers.

„Die Malware enthält ein Verschlüsselungsprogramm, das sich automatisch auf infizierte Computer herunterlädt, fast alle Dateien des Computers sperrt und eine Zahlung von 300 bis 600 Dollar für einen Schlüssel zur Entsperrung verlangt“, berichtete NBC News. „Es reicht schon aus, wenn ein einziger Computer in einem Netzwerk infiziert ist, damit alle Computer in diesem Netzwerk kompromittiert werden.“

Auch wenn die Verschlüsselung von WannaCry laut Tom’s Guide „praktisch unknackbar“ ist, macht sie doch deutlich, wie wichtig es ist, den Überblick über die Vorgänge im eigenen Netzwerk zu behalten und den verschlüsselten Datenverkehr zu überprüfen, um sicherzustellen, dass er keine Bedrohungen enthält.

Die besten Bewährte Verfahren

Wie schützen Sie sich, Ihr Unternehmen und Ihre Computer vor Malware wie WannaCry? Hier finden Sie einige bewährte Vorgehensweisen, mit denen Sie sich vor solchen Angriffen schützen können:

  • Laden Sie die neuesten Patches herunter. Aktualisieren Sie Ihr Betriebssystem auf die neueste Version und installieren Sie alle Patches. Wenn Sie dies regelmäßig tun, stellen Sie sicher, dass Ihr Computer vor unerwünschter Malware und anderen Sicherheitslücken geschützt bleibt, die Angreifer häufig ausnutzen. Zum Schutz vor WannaCry können neuere Windows-Versionen mit dem Patch MS17-010 aktualisiert werden, den Microsoft im März veröffentlicht hat. Für ältere Systeme hat Microsoft am Freitag einen Patch veröffentlicht.
  • Hüten Sie sich vor Phishing-E-Mails. Zwar ist unklar, ob „WannaCry“ Phishing nutzt, um sich auf den Zielcomputern einzuschleusen, doch bei vielen Ransomware-Angriffen kommen Phishing-E-Mails zum Einsatz, die einen schädlichen Link oder Anhang enthalten, der Ihren Computer infiziert. Klicken Sie nicht auf solche Links und öffnen Sie keine derartigen Anhänge.
  • Sichern Sie Ihre Dateien. Erstellen und bewahren Sie regelmäßig sichere Sicherungskopien Ihrer wichtigsten Dateien und Daten auf. Sollte Ihr Computer infiziert werden, können Sie Ihre Daten problemlos wiederherstellen.
  • Verwenden Sie eine aktuelle Antivirensoftware. Stellen Sie sicher, dass Sie über die aktuellste Version einer Antivirensoftware verfügen, die die neuesten Arten von Viren und Würmern, wie beispielsweise Ransomware-Angriffe, abwehren kann.
  • Schaffen Sie eine Sicherheitskultur. Führen Sie in Ihrem Unternehmen eine Kultur der Sorgfalt im Bereich Cybersicherheit ein und fördern Sie diese. Die Durchsetzung einfacher Maßnahmen wie das Sperren von Arbeitsplätzen, die Sicherung von Laptops, die Verwendung sicherer Passwörter und die Sensibilisierung der Mitarbeiter für Phishing-Betrug und andere Angriffe kann dazu beitragen, die Ausbreitung von Malware innerhalb eines Unternehmens oder Netzwerks zu verhindern.
  • Verfolgen Sie eine Strategie der mehrschichtigen Verteidigung. A10 Networks den Einsatz erstklassiger Lösungen für robuste Sicherheit und Abwehr gegen die sich ständig weiterentwickelnde Bedrohungslandschaft. Durch mehrere Sicherheitsebenen erhöhen sich die Chancen, Malware wie WannaCry zu erkennen und zu beseitigen, bevor sie Schaden anrichten kann. Eine mehrschichtige Verteidigung mindert zudem das Risiko, dass ein einzelnes Gerät kompromittiert und damit funktionsunfähig wird.

Wenn Sie diese bewährten Vorgehensweisen befolgen, erhöhen Sie Ihre Chancen, zu verhindern, dass WannaCry in Ihr Netzwerk und Ihr Unternehmen eindringt.

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